

Aus dem Projektkosmos: «Wünschen, und was kommt danach?», «Wer fühlt sich dafür zuständig?», «Ist das noch realistisch?» ...


Im Projekt Wunschgarten initiierte expositu auf Einladung des Zimmermannhauses Brugg einen offenen Aushandlungsraum in dessen Parkanlage. Die Stadtbevölkerung war eingeladen, Wünsche, Ideen und mögliche Nutzungen für einen gemeinsamen Ort einzubringen und weiterzuentwickeln. Ohne thematische Vorgaben entstand eine Spielfläche für Begegnung, in der unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden konnten. Wunschgarten zeigte, wie aus dem ehrlichen Nachfragen nach dem, was Menschen sich tatsächlich wünschen, neue Formen gemeinsamer Nutzung und Verantwortung entstehen können – wenn ein Raum gehalten wird, in dem Gestaltung möglich ist.
ausführlich erklärt
Kulturinstitutionen stehen heute häufig vor der Herausforderung, Menschen zu erreichen, die sich von ihren Räumen nicht selbstverständlich angesprochen fühlen. Nicht aus Ablehnung, sondern weil der Schritt über die institutionelle Schwelle bereits eine Entscheidung voraussetzt. Das Zimmermannhaus Brugg entschied sich deshalb bewusst dafür, kollaborative Kulturvermittlung nicht zuerst im Ausstellungsraum zu erproben, sondern im Aussenraum seiner Parkanlage – als offenen Ort, an dem Begegnung ohne Vorwissen oder Eintrittsschwelle möglich wird.
expositu wurde eingeladen, über die Dauer eines Jahres hinweg einen Pilotprozess aufzubauen, in dem die Institution lernen konnte, wie Zusammenarbeit mit Lai:innen aussehen kann, wenn Inhalte nicht vorgegeben sind. Ausgangspunkt war keine kuratorische Setzung, sondern eine einfache gemeinsame Grundlage: Menschen können Wünsche formulieren. Diese Offenheit erwies sich als entscheidend. Ohne thematische Vorgaben entstand ein Raum, in dem sehr unterschiedliche Perspektiven nebeneinander bestehen konnten – von Anwohner:innen und Besucher:innen über Bewohner:innen des nahegelegenen Bundesasylzentrums bis zu Soldaten der benachbarten Kaserne.
Der Wunschgarten wurde dabei zur Spielfläche für Aushandlungsprozesse. Aus Gesprächen, spontanen Initiativen und gemeinsamer Nutzung entwickelten sich unterschiedliche Formen der Aneignung: temporäre Skulpturen, ein spontan entstandenes Café, Performances oder Führungen durch Beteiligte selbst. Kulturvermittlung zeigte sich hier nicht als Vermittlung von Inhalten, sondern als Praxis des Ermöglichens – als Gestaltung von Bedingungen, unter denen Menschen eigene Vorstellungen artikulieren, verhandeln und gemeinsam weiterentwickeln können.
Gerade das Fehlen eines inhaltlichen Spezifikums erwies sich als produktiv. Die Gemeinsamkeit des Wünschens bildete eine minimale, aber tragfähige Grundlage, auf der Begegnung entstehen konnte, ohne dass Einigkeit vorausgesetzt wurde. Unterschiedliche Lebensrealitäten mussten nicht angeglichen werden; sie konnten sichtbar bleiben und dennoch in Beziehung treten. Der Garten wurde so zu einem Übersetzungsraum zwischen Institution und Alltag.
Für das Zimmermannhaus bedeutete dieser Prozess ein institutionelles Lernen. Über die Dauer des Projekts wurde erfahrbar, dass Beteiligung nicht durch Einladung allein entsteht, sondern durch Räume, in denen Unsicherheit erlaubt ist und Entwicklungen offen bleiben dürfen. Die im Wunschgarten erprobte Praxis wurde anschliessend in die Arbeitsweise der Institution integriert. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich kollaborative Kulturvermittlung besonders dort bewährt, wo institutionelle Schwellen hoch sind: indem sie nicht zuerst Inhalte vermittelt, sondern Möglichkeiten schafft, sich überhaupt zu einem Ort in Beziehung zu setzen.
Inhalt
«Wunschgarten», Vermittlungsprojekt und Veranstaltungsreihe, Jubiläumsprojekt
Ort
Parkanlage Zimmermannhaus, Brugg
Teilnehmende
lokale Bevölkerung
Projekt-
partner:innen
Zimmermannhaus Brugg, Leitung: Andrea Gsell und Maria Bänziger
Odeon, Brugg
Quartierverein Zmitzt, Brugg
Projektleitung &
Vermittlung
Jeffrey Wolf
Laufzeit Projekt
Aug. 2023 – Jan. 2025
Laufzeit Phasen
Phase 1 «Was wünscht du dir? Sammeln»
März – Mai 2024
Präsentation Ideensammlung 12. – 23. Mai 2024
Phase 2 «Umsetzen»
Juni – Sept. 2024
04. Juni Workshop «Lärm und Lärm»
03. August PopUp-Café
23. August Sommerfest Wunschgarten
Phase 3 «Aus Erfahrungen lernen – Ansätze weiterführen»
Okt. – Dez. 2024
06. Dezember Projektabschluss, Eröffnung Adventsfenster
Förderung
Stadt Brugg
Swisslos-Fonds Kanton Aargau
Ernst Göhner Stiftung
Medien
Aargauer Zeitung, Joris Widmer (27.02.2024): Vom unbeliebten Park zum «Wunschgarten»
Aargauer Zeitung, Annegret Ruoff (25.05.2024): Lärm ist einfach nur schlechtes Theater
Aargauer Zeitung, Annegret Ruoff (26.08.2024): Jubiläumsfeier mit poetischem Schwung
Generalanzeiger, Isabel Steiner Peterhans (29.08.2024): 40-Jahr-Jubiläum mit Sommerfest
Publikationen
Impressum


Aus dem Projektkosmos: «Wünschen, und was kommt danach?», «Wer fühlt sich dafür zuständig?», «Ist das noch realistisch?» ...


Im Projekt Wunschgarten initiierte expositu auf Einladung des Zimmermannhauses Brugg einen offenen Aushandlungsraum in dessen Parkanlage. Die Stadtbevölkerung war eingeladen, Wünsche, Ideen und mögliche Nutzungen für einen gemeinsamen Ort einzubringen und weiterzuentwickeln. Ohne thematische Vorgaben entstand eine Spielfläche für Begegnung, in der unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden konnten. Wunschgarten zeigte, wie aus dem ehrlichen Nachfragen nach dem, was Menschen sich tatsächlich wünschen, neue Formen gemeinsamer Nutzung und Verantwortung entstehen können – wenn ein Raum gehalten wird, in dem Gestaltung möglich ist.
ausführlich erklärt
Kulturinstitutionen stehen heute häufig vor der Herausforderung, Menschen zu erreichen, die sich von ihren Räumen nicht selbstverständlich angesprochen fühlen. Nicht aus Ablehnung, sondern weil der Schritt über die institutionelle Schwelle bereits eine Entscheidung voraussetzt. Das Zimmermannhaus Brugg entschied sich deshalb bewusst dafür, kollaborative Kulturvermittlung nicht zuerst im Ausstellungsraum zu erproben, sondern im Aussenraum seiner Parkanlage – als offenen Ort, an dem Begegnung ohne Vorwissen oder Eintrittsschwelle möglich wird.
expositu wurde eingeladen, über die Dauer eines Jahres hinweg einen Pilotprozess aufzubauen, in dem die Institution lernen konnte, wie Zusammenarbeit mit Lai:innen aussehen kann, wenn Inhalte nicht vorgegeben sind. Ausgangspunkt war keine kuratorische Setzung, sondern eine einfache gemeinsame Grundlage: Menschen können Wünsche formulieren. Diese Offenheit erwies sich als entscheidend. Ohne thematische Vorgaben entstand ein Raum, in dem sehr unterschiedliche Perspektiven nebeneinander bestehen konnten – von Anwohner:innen und Besucher:innen über Bewohner:innen des nahegelegenen Bundesasylzentrums bis zu Soldaten der benachbarten Kaserne.
Der Wunschgarten wurde dabei zur Spielfläche für Aushandlungsprozesse. Aus Gesprächen, spontanen Initiativen und gemeinsamer Nutzung entwickelten sich unterschiedliche Formen der Aneignung: temporäre Skulpturen, ein spontan entstandenes Café, Performances oder Führungen durch Beteiligte selbst. Kulturvermittlung zeigte sich hier nicht als Vermittlung von Inhalten, sondern als Praxis des Ermöglichens – als Gestaltung von Bedingungen, unter denen Menschen eigene Vorstellungen artikulieren, verhandeln und gemeinsam weiterentwickeln können.
Gerade das Fehlen eines inhaltlichen Spezifikums erwies sich als produktiv. Die Gemeinsamkeit des Wünschens bildete eine minimale, aber tragfähige Grundlage, auf der Begegnung entstehen konnte, ohne dass Einigkeit vorausgesetzt wurde. Unterschiedliche Lebensrealitäten mussten nicht angeglichen werden; sie konnten sichtbar bleiben und dennoch in Beziehung treten. Der Garten wurde so zu einem Übersetzungsraum zwischen Institution und Alltag.
Für das Zimmermannhaus bedeutete dieser Prozess ein institutionelles Lernen. Über die Dauer des Projekts wurde erfahrbar, dass Beteiligung nicht durch Einladung allein entsteht, sondern durch Räume, in denen Unsicherheit erlaubt ist und Entwicklungen offen bleiben dürfen. Die im Wunschgarten erprobte Praxis wurde anschliessend in die Arbeitsweise der Institution integriert. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich kollaborative Kulturvermittlung besonders dort bewährt, wo institutionelle Schwellen hoch sind: indem sie nicht zuerst Inhalte vermittelt, sondern Möglichkeiten schafft, sich überhaupt zu einem Ort in Beziehung zu setzen.
Inhalt
«Wunschgarten», Vermittlungsprojekt und Veranstaltungsreihe, Jubiläumsprojekt
Ort
Parkanlage Zimmermannhaus, Brugg
Teilnehmende
lokale Bevölkerung
Projekt-
partner:innen
Zimmermannhaus Brugg, Leitung: Andrea Gsell und Maria Bänziger
Odeon, Brugg
Quartierverein Zmitzt, Brugg
Projektleitung &
Vermittlung
Jeffrey Wolf
Laufzeit Projekt
Aug. 2023 – Jan. 2025
Laufzeit Phasen
Phase 1 «Was wünscht du dir? Sammeln»
März – Mai 2024
Präsentation Ideensammlung 12. – 23. Mai 2024
Phase 2 «Umsetzen»
Juni – Sept. 2024
04. Juni Workshop «Lärm und Lärm»
03. August PopUp-Café
23. August Sommerfest Wunschgarten
Phase 3 «Aus Erfahrungen lernen – Ansätze weiterführen»
Okt. – Dez. 2024
06. Dezember Projektabschluss, Eröffnung Adventsfenster
Förderung
Stadt Brugg
Swisslos-Fonds Kanton Aargau
Ernst Göhner Stiftung
Medien
Aargauer Zeitung, Joris Widmer (27.02.2024): Vom unbeliebten Park zum «Wunschgarten»
Aargauer Zeitung, Annegret Ruoff (25.05.2024): Lärm ist einfach nur schlechtes Theater
Aargauer Zeitung, Annegret Ruoff (26.08.2024): Jubiläumsfeier mit poetischem Schwung
Generalanzeiger, Isabel Steiner Peterhans (29.08.2024): 40-Jahr-Jubiläum mit Sommerfest
Publikationen
Impressum