


Aus dem Projektkosmos: «Geschichte ist nicht meins.», «Gibt es dieses Tier überhaupt? Safari oder Google?», «Ein Fahrstuhl für alle würde schon Sinn machen»,...

Mit Zofilab wurde die in die Jahre gekommene Sammlung des Museum Zofingen neu in Bewegung gebracht. Noch bevor eine umfassende Neukonzeption des Hauses möglich ist, konnten wir über gut drei Jahre hinweg das vorhandene Potenzial der Sammlung gemeinsam mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten erkunden und sichtbar machen.
Dabei entstanden neue Vermittlungsformate für Jung und Alt, die das Museum wieder als lebendigen Ort erfahrbar machten. Ein besonderes Highlight bildete die kollaborativ erarbeitete Ausstellung «Zofilab» mit rund 100 Jugendlichen der Sekundarschule, die ein grosses mediales Echo auslöste und mit dem Funkenflugpreis des Kantons Aargau als herausragende Vermittlungsarbeit im edukativen Kontext ausgezeichnet wurde. Nachhaltig verankert haben sich die Kooperationen und Angebote sowie die Nutzung des Ortes als ausserschulischer Lernort.
ausführlich erklärt
Zofilab war die Antwort auf eine über mehr als ein Jahrhundert gewachsene Sammlung alter Schule, deren Bedeutung für die Gegenwart zunehmend unklar geworden war und für die innerhalb der bestehenden Strukturen kaum neue Perspektiven vorhanden waren. Eine umfassende inhaltliche oder architektonische Neuausrichtung hätte erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen vorausgesetzt, die zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung standen. Stadt, Ortsbürgergemeinde und Museum Zofingen entschieden sich deshalb bewusst für einen anderen Weg: eine zeitlich begrenzte, von aussen geführte Intervention, die das bestehende System in Bewegung bringen sollte, ohne seine gewachsene Struktur zu übergehen. Ziel war es, das vorhandene Potenzial sichtbar zu machen und neue Zugänge zu ermöglichen, bevor langfristige Entscheidungen über die zukünftige Ausrichtung getroffen werden.
expositu übernahm dabei nicht die Rolle klassischer Projektleitung, sondern die einer vermittelnden Instanz zwischen Sammlung, Institution und Öffentlichkeit. Ausgangspunkt war die Erfahrung, dass kulturelle Institutionen ihren gesellschaftlichen Wert oft gerade dann schwer erkennen können, wenn sie über lange Zeit zuverlässig funktioniert haben. Routinen sichern Stabilität, erschweren aber zugleich den Blick auf ungenutzte Möglichkeiten. Die Perspektive von aussen kann in solchen Situationen Impulse geben, die intern nicht mehr entstehen – nicht durch Kritik, sondern durch das Aufzeigen von Wert und durch die Verschiebung der Aufmerksamkeit auf das, was bereits trägt. Vermittlung wurde so zur Praxis des Sichtbarmachens: von Perspektiven, von Interessen und von Potenzialen, die im Alltag der Institution selbstverständlich geworden waren.
Die Intervention verstand das Museum als sozialen Raum, in dem unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen: Bewahrung und Öffnung, freiwilliges Engagement und Professionalisierung, lokale Identität und gesellschaftlicher Wandel. expositu hielt in diesem Spannungsfeld bewusst den Rahmen, in dem diese Perspektiven nebeneinander bestehen und produktiv werden konnten. Diese Form der Raumhaltung bildet eine eigenständige Ebene professioneller Arbeit: Sie ermöglicht es, dass unterschiedliche Akteur:innen ihre jeweiligen Perspektiven einbringen können, ohne dass bestehende Erfahrungen entwertet oder neue Entwicklungen vorschnell festgelegt werden. Ziel war nicht die schnelle Lösung einzelner Fragen, sondern die gemeinsame Erfahrung, dass gesellschaftlicher Wert dort entsteht, wo Bedeutungen ausgehandelt werden dürfen. Die Arbeit verschob den Fokus weg von Defiziten hin zu Möglichkeiten und machte sichtbar, dass Aktivierung weniger durch neue Inhalte als durch neue Beziehungen entsteht.
In der praktischen Umsetzung bedeutete dies langfristige Kooperationen mit Schulen, Familien und lokalen Akteur:innen sowie die schrittweise Öffnung der Sammlung für neue Formen der Aneignung. Vermittlungsformate wurden nicht als Zusatzangebot verstanden, sondern als Arbeitsweise des Museums selbst: als Möglichkeit, Bedeutung gemeinsam zu erzeugen und institutionelle Prozesse erfahrbar zu machen. Ein zentrales Element bildete die über vier Monate angelegte kollaborative Zusammenarbeit mit rund 100 Jugendlichen der Sekundarschule, die in der Ausstellung «Zofilab» mündete. Die gemeinsame Arbeit machte das Museum temporär zu einem offenen Arbeitsraum und eröffnete neue Zugänge zur Sammlung. Die Ausstellung fand breite mediale Resonanz und wurde mit dem Funkenflugpreis des Kantons Aargau als herausragende Vermittlungsarbeit im edukativen Kontext ausgezeichnet.
Nachhaltig geblieben sind weitergeführte Kooperationen, neue Vermittlungsangebote und eine deutlich stärkere Nutzung des Museums durch Schulklassen. Das Museum Zofingen ist heute als ausserschulischer Lernort im Alltag verankert. Zofilab zeigt exemplarisch, wie Museen ihre gesellschaftliche Relevanz nicht primär durch spektakuläre Neuerfindung gewinnen, sondern durch die sorgfältige Aktivierung dessen, was bereits vorhanden ist – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
Zofilab zeigt, dass Veränderung dort entsteht, wo Menschen wieder in Beziehung treten können – zu Orten, zu Geschichten und zueinander. Manchmal braucht es dafür keinen Neubeginn, sondern einen Rahmen, in dem sichtbar wird, was längst vorhanden ist. Wird dieser Raum gehalten, kann sich Bedeutung von selbst wieder entfalten.
Gesamtprojekt
«Zofilab», Vermittlungs- und Ausstellungsprojekte (I-III)
Projekt I
«Familien-Nachmittag», Museumsnachmittage für Kinder mit Begleitpersonen
Laufzeit Projekt
Jan. 2023 – Sept. 2024
Projekt II
«früher...heute! Auf Geschichtensuche im Museum» Ausstellungsprojekt Zyklus 1
Teilnehmende
Schüler:innen Primarschule 2b, Lehrkräfte: Susanne Fuchs, Annie Dürig
Laufzeit Projekt
Mai – Juli 2023
Laufzeit Ausstellung
Juni – Nov. 2023
Projekt III
«Geschichten aus dem Museumslabor» Ausstellungsprojekt Zyklus 3
Teilnehmende
Schüler:innen Sekundarschule S1a-d, Lehrkräfte: Brendan Schumacher, Pascal Philipp, Tobias Stöckli
Laufzeit Projekt
Sept. 2023 – Feb. 2024
Laufzeit Ausstellung
22.02. – 13.03.2024
Ort
Museum Zofingen
Projekt-
partner:innen
Museum Zofingen, Leitung: Katharina Müller, Heidi Pechlaner
Schule Zofingen, Leitung: This Rohr
Stadt Zofingen, Leitung Kultur: Annina Beck
Stadtpräsidium, Christiane Guyer
Gesamtleitung
Jeffrey Wolf
Projektleitung
Levyn Bürki
Vermittlungsteam
Levyn Bürki, Matt Foff, Nina Hurni, Jeffrey Wolf
Förderung
Programm «Kultur macht Schule», Fachstelle Kulturvermittlung, Departement Bildung, Kultur und Sport, Kanton Aargau
Stiftung Mercator Schweiz
Schweizerische Kulturstiftung SKKG
Medien
Aargauer Woche, Corinne Remund (09.05.2023): Museum Zofingen – ein Begegnungsort in allen Lebensphasen
Zofinger Tagblatt, Rafael Hüssy (24.01.2024): Jugendliche mischen das Museum auf
Zofinger Tagblatt, Lilly-Anne Brugger (06.03.2024): Wieso sind die Statuen vor dem Museum plötzlich angezogen?
Blog Kultur macht Schule, This Rohr (12.08.2024): Kooperation Schule und Museum
Zofinger Tagblatt, o.A. (24.08.2024): Das Museum Zofingen lädt monatlich zum Familien-Nachmittag ein
«Beidseitig nachhaltig – Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen», Film von Flieger & Korti (2024), Im Auftrag der Fachstelle Kulturvermittlung Kanton Aargau (Kultur macht Schule), 7:20 Min
«Museum entstauben: Schüler in Zofingen leben ihre Kreativität aus», Tele M1 Beitrag 13.02.2024, 2:30 Min
Auszeichnungen
Funkenflug Gold 2024
Impressum
zum Download




Aus dem Projektkosmos: «Geschichte ist nicht meins.», «Gibt es dieses Tier überhaupt? Safari oder Google?», «Ein Fahrstuhl für alle würde schon Sinn machen»,...
Mit Zofilab wurde die in die Jahre gekommene Sammlung des Museum Zofingen neu in Bewegung gebracht. Noch bevor eine umfassende Neukonzeption des Hauses möglich ist, konnten wir über gut drei Jahre hinweg das vorhandene Potenzial der Sammlung gemeinsam mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten erkunden und sichtbar machen.
Dabei entstanden neue Vermittlungsformate für Jung und Alt, die das Museum wieder als lebendigen Ort erfahrbar machten. Ein besonderes Highlight bildete die kollaborativ erarbeitete Ausstellung «Zofilab» mit rund 100 Jugendlichen der Sekundarschule, die ein grosses mediales Echo auslöste und mit dem Funkenflugpreis des Kantons Aargau als herausragende Vermittlungsarbeit im edukativen Kontext ausgezeichnet wurde. Nachhaltig verankert haben sich die Kooperationen und Angebote sowie die Nutzung des Ortes als ausserschulischer Lernort.
ausführlich erklärt
Zofilab war die Antwort auf eine über mehr als ein Jahrhundert gewachsene Sammlung alter Schule, deren Bedeutung für die Gegenwart zunehmend unklar geworden war und für die innerhalb der bestehenden Strukturen kaum neue Perspektiven vorhanden waren. Eine umfassende inhaltliche oder architektonische Neuausrichtung hätte erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen vorausgesetzt, die zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung standen. Stadt, Ortsbürgergemeinde und Museum Zofingen entschieden sich deshalb bewusst für einen anderen Weg: eine zeitlich begrenzte, von aussen geführte Intervention, die das bestehende System in Bewegung bringen sollte, ohne seine gewachsene Struktur zu übergehen. Ziel war es, das vorhandene Potenzial sichtbar zu machen und neue Zugänge zu ermöglichen, bevor langfristige Entscheidungen über die zukünftige Ausrichtung getroffen werden.
expositu übernahm dabei nicht die Rolle klassischer Projektleitung, sondern die einer vermittelnden Instanz zwischen Sammlung, Institution und Öffentlichkeit. Ausgangspunkt war die Erfahrung, dass kulturelle Institutionen ihren gesellschaftlichen Wert oft gerade dann schwer erkennen können, wenn sie über lange Zeit zuverlässig funktioniert haben. Routinen sichern Stabilität, erschweren aber zugleich den Blick auf ungenutzte Möglichkeiten. Die Perspektive von aussen kann in solchen Situationen Impulse geben, die intern nicht mehr entstehen – nicht durch Kritik, sondern durch das Aufzeigen von Wert und durch die Verschiebung der Aufmerksamkeit auf das, was bereits trägt. Vermittlung wurde so zur Praxis des Sichtbarmachens: von Perspektiven, von Interessen und von Potenzialen, die im Alltag der Institution selbstverständlich geworden waren.
Die Intervention verstand das Museum als sozialen Raum, in dem unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen: Bewahrung und Öffnung, freiwilliges Engagement und Professionalisierung, lokale Identität und gesellschaftlicher Wandel. expositu hielt in diesem Spannungsfeld bewusst den Rahmen, in dem diese Perspektiven nebeneinander bestehen und produktiv werden konnten. Diese Form der Raumhaltung bildet eine eigenständige Ebene professioneller Arbeit: Sie ermöglicht es, dass unterschiedliche Akteur:innen ihre jeweiligen Perspektiven einbringen können, ohne dass bestehende Erfahrungen entwertet oder neue Entwicklungen vorschnell festgelegt werden. Ziel war nicht die schnelle Lösung einzelner Fragen, sondern die gemeinsame Erfahrung, dass gesellschaftlicher Wert dort entsteht, wo Bedeutungen ausgehandelt werden dürfen. Die Arbeit verschob den Fokus weg von Defiziten hin zu Möglichkeiten und machte sichtbar, dass Aktivierung weniger durch neue Inhalte als durch neue Beziehungen entsteht.
In der praktischen Umsetzung bedeutete dies langfristige Kooperationen mit Schulen, Familien und lokalen Akteur:innen sowie die schrittweise Öffnung der Sammlung für neue Formen der Aneignung. Vermittlungsformate wurden nicht als Zusatzangebot verstanden, sondern als Arbeitsweise des Museums selbst: als Möglichkeit, Bedeutung gemeinsam zu erzeugen und institutionelle Prozesse erfahrbar zu machen. Ein zentrales Element bildete die über vier Monate angelegte kollaborative Zusammenarbeit mit rund 100 Jugendlichen der Sekundarschule, die in der Ausstellung «Zofilab» mündete. Die gemeinsame Arbeit machte das Museum temporär zu einem offenen Arbeitsraum und eröffnete neue Zugänge zur Sammlung. Die Ausstellung fand breite mediale Resonanz und wurde mit dem Funkenflugpreis des Kantons Aargau als herausragende Vermittlungsarbeit im edukativen Kontext ausgezeichnet.
Nachhaltig geblieben sind weitergeführte Kooperationen, neue Vermittlungsangebote und eine deutlich stärkere Nutzung des Museums durch Schulklassen. Das Museum Zofingen ist heute als ausserschulischer Lernort im Alltag verankert. Zofilab zeigt exemplarisch, wie Museen ihre gesellschaftliche Relevanz nicht primär durch spektakuläre Neuerfindung gewinnen, sondern durch die sorgfältige Aktivierung dessen, was bereits vorhanden ist – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
Zofilab zeigt, dass Veränderung dort entsteht, wo Menschen wieder in Beziehung treten können – zu Orten, zu Geschichten und zueinander. Manchmal braucht es dafür keinen Neubeginn, sondern einen Rahmen, in dem sichtbar wird, was längst vorhanden ist. Wird dieser Raum gehalten, kann sich Bedeutung von selbst wieder entfalten.
Gesamtprojekt
«Zofilab», Vermittlungs- und Ausstellungsprojekte (I-III)
Projekt I
«Familien-Nachmittag», Museumsnachmittage für Kinder mit Begleitpersonen
Laufzeit Projekt
Jan. 2023 – Sept. 2024
Projekt II
«früher...heute! Auf Geschichtensuche im Museum» Ausstellungsprojekt Zyklus 1
Teilnehmende
Schüler:innen Primarschule 2b, Lehrkräfte: Susanne Fuchs, Annie Dürig
Laufzeit Projekt
Mai – Juli 2023
Laufzeit Ausstellung
Juni – Nov. 2023
Projekt III
«Geschichten aus dem Museumslabor» Ausstellungsprojekt Zyklus 3
Teilnehmende
Schüler:innen Sekundarschule S1a-d, Lehrkräfte: Brendan Schumacher, Pascal Philipp, Tobias Stöckli
Laufzeit Projekt
Sept. 2023 – Feb. 2024
Laufzeit Ausstellung
22.02. – 13.03.2024
Ort
Museum Zofingen
Projekt-
partner:innen
Museum Zofingen, Leitung: Katharina Müller, Heidi Pechlaner
Schule Zofingen, Leitung: This Rohr
Stadt Zofingen, Leitung Kultur: Annina Beck
Stadtpräsidium, Christiane Guyer
Gesamtleitung
Jeffrey Wolf
Projektleitung
Levyn Bürki
Vermittlungsteam
Levyn Bürki, Matt Foff, Nina Hurni, Jeffrey Wolf
Förderung
Programm «Kultur macht Schule», Fachstelle Kulturvermittlung, Departement Bildung, Kultur und Sport, Kanton Aargau
Stiftung Mercator Schweiz
Schweizerische Kulturstiftung SKKG
Medien
Aargauer Woche, Corinne Remund (09.05.2023): Museum Zofingen – ein Begegnungsort in allen Lebensphasen
Zofinger Tagblatt, Rafael Hüssy (24.01.2024): Jugendliche mischen das Museum auf
Zofinger Tagblatt, Lilly-Anne Brugger (06.03.2024): Wieso sind die Statuen vor dem Museum plötzlich angezogen?
Blog Kultur macht Schule, This Rohr (12.08.2024): Kooperation Schule und Museum
Zofinger Tagblatt, o.A. (24.08.2024): Das Museum Zofingen lädt monatlich zum Familien-Nachmittag ein
«Beidseitig nachhaltig – Kooperationen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen», Film von Flieger & Korti (2024), Im Auftrag der Fachstelle Kulturvermittlung Kanton Aargau (Kultur macht Schule), 7:20 Min
«Museum entstauben: Schüler in Zofingen leben ihre Kreativität aus», Tele M1 Beitrag 13.02.2024, 2:30 Min
Auszeichnungen
Funkenflug Gold 2024
Impressum
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